Lanzarote - die Vorwettkampfwoche...
Hi Leutz,
Sonntag den 14. gings also mit der Morgen-Maschine um 3:45h ab nach Lanzarote - welcher Depp läßt sich eigentlich solche Flugzeiten für immer-müde Triathleten-Flieger einfallen häääää? ...naja...hat auch Vorteile. Man is um 8h schon dort und nach kurzem Nickerchen im Hotel kann man wenigsten gleich Radfahren, also die Kiste zusammengebaut und 2,5 Stunden trainiert - bei Lanza-typischem Wetter: Wind, Berge, schlechte Straßen. Abschließend noch ne kleine Schwimm-Einheit im Hotelpool.
Montag gings um 7:30 mit unserem Guide Daniel zum dem Van zur Wettkampf-Schwimmstrecke. Rein in den Neopren und mal fix die halbe WK-Strecke geschwommen. Das war nicht ohne, denn der Wind hatte schon ein bischen aufgefrischt und das Wasser war dadurch sehr unruhig. Auch die Orientierung fiel sehr schwer, da man gegen die tiefstehende Sonne schwimmen muss...zum Glück geht's beim WK früher los. Nachmittags dann wieder lockere 2 Stunden Radausfahrt.
Dienstag vormittags schwimmen im Meer und Neopren - ist doch ziemlich kalt das Wasser - schätze so 18-19 Grad. Nachmittags dann ein 45min Lauf im WK-Tempo um zu sehen wie sich das so anfühlt, weils doch recht heiß ist heute - zumindest kommt einem das an einem für Lazarote-Verhältnisse windstillen Tag so vor. Lauf geht ganz gut, bin aber ganzschön platt danach...ohjee ohjee...hoffentlich setzt die Erholung noch besser ein...?!
Wichtige Anmerkung des Tages: mein Vater kam nachgeflogen und traf am Morgen ein - die erste Flugreise seines Lebens - ein großes Opfer das er für mich gebracht hat...! Apropos Windstille...das war wohl die oft zitierte "Ruhe vor dem Sturm"...den das sollte sich die nächsten Tage noch gewaltig ändern...
Mittwoch gibt's nicht viel zu vermelden, da gestern der letzte "echte" Trainigstag war...jetzt heißt's nurnoch erholen, erholen, erholen. Wir schauen uns mit unserm Guide und via Reisebus die Wettkampfstrecke an. Gut...kenn ich schon vom Februar und weiß also grundsätzlich bescheid, aber schaden kann das nicht, sein Gedächtnis nochmal aufzufrischen, zumal die Strecke im Februar nicht ausgeschildert war...jetzt schon. Einige der Mitreisenden werden zunehmend stiller und sinken in ihre Sitze und als wir dann u.a. am "Mirador de Haria" (einer der beiden schweren Berge) aussteigen versteht man sein eigenes Wort kaum noch so windig ist es - das kann ja heiter werden. Noch wenn man dazu weiß, das der Tria-Profi Marc Herremanns aus Belgien hier vor 4 Jahren von der Strasse in eine Schlucht geblasen wurde und seitem querschnittgelähmt im Rollie sitzt. Übrigens nimmt er hier auch teil - in der Handicaped Klasse - waaaahhnsinn!!!
Donnerstag heißts bis nachmittags Füße hochlegen und ausruhen. Nachmittags fahren wir in den Club La Santa über die Insel um unsere Startunterlagen abzuholen und die Wettkampfbesprechung mitzumachen. Alles schon Routine aber man hat Anwesenheitspflicht und außerdem gehört's schon auch dazu und man kommt doch so langsam in Stimmung wenn man alle anderen Athleten so sieht. Allgemeines hektisches Treiben bei den Rookies, gespielt coole Gelassenheit bei den Erfahrenen. Aber um ehrlich zu sein...NIEMANDEN läßt es kalt, denn mit Erhalt der Unterlagen gibt es fast kein zurück mehr...
Freitag ticke ich alle 3 Disziplinen nochmal an, d.h. 5 Minuten schwimmen im Hotelpool, 15-20 Minuten Rad und nochmal 5-10 Minuten Laufen um den Muskeln zu signalisieren: "...hey, nach den Ruhetagen geht's morgen los...". Meine Radausfahrt zeigt mir dann ganz deutlich, was morgen auf uns alle warten wird... Am Spätnachmittag gebe ich also meine Wechselbeutel und das Rad an den entsprechenden Stellen in Puerto del Carmen ab, gehe im Geist die Wechselzone nochmal durch, probiere das vorher erlebte zu verdrängen und ab geht's zurück ins Hotel. Warten auf den morgigen Wettkampf...
Ach...was ich noch vergessen hatte, an einem der vergangenen Tage fuhr ich von Puerto del Carmen (wo unser Hotel ist) mit dem Rad raus zum Flughafen, denn dort ist die erste Stelle wo man einen wirklichen Eindruck davon bekommt wie stark der Wind tatsächlich ist - dieser hat nämlich seit Mittwoch eine Stärke von 5-6 und in den Böen sogar 7-8 bekommen. Für alle die sich davon keine Vorstellung machen können...Stärke 8 sind sogenannte Orkanböen, bei denen man Schwierigkeiten hat einfach nur stehenbleiben zu können...kaum am Flughafen angekommen erwischt mich der Seitenwind volle Kanne und ich liege beim normalen geradeausfahren stark zur Seite geneigt gegen den Wind um überhaupt die Spur halten zu können. Die erste Böe weht mich direkt von der Straße!!! An ein Liegen auf dem Tria-Aufsatz ist überhaupt nicht zu denken. Ich drehe sofort um und halte mich an meinen Lenker festgekrallt um nicht nochmal verblasen zu werden. Auf dem Heimweg fällt die Entscheidung ein anderes Vorderrad zu fahren, daß nicht so windanfällig ist wie meine extrem leichten Wettkampf-Laufräder...das haben wir dann auch Freitag vormittag noch gekauft...
bis zum nächsten Bericht...dann vom Wettkampftag...
Aloha oder hier sollte ich wohl eher sagen hasta luego...oder so...
Michel
Labels: Lanzarote 2006

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